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Sommernacht im Schloss, 30.07.2011

Regen kann „Donauklang“ nicht stoppen

Sommernacht: Publikum und Musikkapelle trotzen den Widrigkeiten

Dass die Temperatur nicht auf die Marke des letzten Jahres steigen würde, war allen klar, die am Samstag im Schloss Höchstädt die Sommernacht des Musikvereins „Donauklang“ besuchten. Aber dass wenigstens von oben Trockenheit herrscht, davon waren viele der ca. 250 Zuschauer und vor allem die Musikanten überzeugt, war doch wie zum Trotz gegenüber dem Himmel die Bühne samt Technik im Schlosshof postiert und viele Zuhörer hatten auf die Mitnahme eines Regenschirmes verzichtet, immer überwacht von der aufmerksamen Höchstädter Storchenfamilie auf dem Dach.

Dieses Selbstbewusstsein spiegelte sich auch im Programm der Stammkapelle wider, die sich unter etabliert sicherem und sehr präsentem Dirigat von Vasyl Zakopets mit dem Einzugsmarsch aus der Operette „Der Zigeunerbaron“ von J. Strauß (Sohn) vorstellte. Danach wurde die Stimmung, die von einer professionellen Lichtanlage untermalt wurde, etwas ruhiger, mit „Cantus Jubilante“ und der Arie „Nessun Dorma“ aus der Oper „Turandot“ von Giacomo Puccini zeigte das Ensemble seine sanften Seiten, die aber durchaus zum melodischen und vollen Orchesterklang umschlagen konnten. Noch historischer wurde das Saxophonquartett mit Barbara Linder, Norbert Lutmayr (beide Altsaxophon), Gerhard Kraus (Tenorsaxophon) und Susanne Späth (Baritonsaxophon), die Auszüge aus der 3. Symphonie von Johann Christian Bach darbot. Als dann „Peter Alexanders Spezialitäten“, ein Medley der größten Hits des heuer verstorbenen Entertainers dargeboten wurde, fielen die Regentropfen größer aus. Und weil es nicht nur im „Bett richtig nett“ ist, sondern auch im barocken Rittersaal des Schlosses, forderte Moderator Jürgen Wurm die Zuhörer, unter ihnen die Bürgermeisterin Hildegard Wanner, der 2. Bürgermeister aus Blindheim, Helmut Gerstmayer, und der stellvertretende Vorsitzende des ASM-Bezirks 17, Josef Werner Schneider, auf, in den Konzertsaal des Schlosses umzuziehen.

Dieser war auch durch Hilfe des Kastellans Anton Wiedemann bereits „konzertfertig“ und nach einer kleinen Umbaupause präsentierte sich dort die Jugendkapelle des Vereins mit den Stücken „Little Brown Jug“, „Selections of Lion King“ und dem „Tiger Rag“. Modern und fetzig blieb es, denn die Big Band des „Donauklang“ heizte mit „I will follow him“, „On the Sunny Side of the Beach“ und „Brother Ray“ dem alten Gemäuer so ein, dass nicht nur der Storch, der das Geschehen von draußen verfolgte, beeindruckt war.

Kurz wurde es wieder romantisch und erhaben, vor allem das tiefe Blech zeichnete sich bei „Conquest of Paradise“ und „Concerto d’amore“ mit weicher und harmonischer Melodieführung aus. Dann aber schlug die Stunde der Trompeten und fast musste man um die historische Decke des Saals bangen, denn bei den größten Hits der Eagles, der Les Humphries Singers und der Beach Boys zeigte das hervorragend ausbalancierte Orchester, dass es bei Dynamik und Harmonie bestens zusammenpasst und auch Tutti- und Fortissimo-Passagen zelebriert, ohne massiv zu wirken.

Völlig zurecht spendete der voll besetzte Saal ebenso rhythmisch Applaus und forderte damit Zugaben ein, die Vorstand Norbert Lutmayr auch versprach. Vorher aber bedankte er sich beim flexiblen und ausharrenden Publikum, dem seinerseits von den Musikern applaudiert wurde. Nach der „Laubener Schnellpolka“ und dem Traditionsmarsch „Hoch Heidecksburg“ waren sich alle einig, dass die Sommernacht im Schloss auch ohne Sommer dem Publikum und den Musikern richtig einheizte. Nur der Storch saß immer noch an seinem Platz und freut sich sicher auf das nächste Konzert, als Open-Air, mit ihm als Zuhörer.

Donau-Zeitung, 02.08.2011, Text: B. Mayer, Fotos: I. Saur