Regen kann „Donauklang“ nicht stoppen
Sommernacht: Publikum und Musikkapelle trotzen den
Widrigkeiten
Dass die Temperatur nicht auf die Marke des letzten Jahres
steigen würde, war allen klar, die am Samstag im Schloss Höchstädt die
Sommernacht des Musikvereins „Donauklang“ besuchten. Aber dass wenigstens
von oben Trockenheit herrscht, davon waren viele der ca. 250 Zuschauer und vor
allem die Musikanten überzeugt, war doch wie zum Trotz gegenüber dem Himmel
die Bühne samt Technik im Schlosshof postiert und viele Zuhörer hatten auf die
Mitnahme eines Regenschirmes verzichtet, immer überwacht von der aufmerksamen Höchstädter
Storchenfamilie auf dem Dach.
Dieses Selbstbewusstsein spiegelte sich auch im Programm
der Stammkapelle wider, die sich unter etabliert sicherem und sehr präsentem
Dirigat von Vasyl Zakopets mit dem Einzugsmarsch aus der Operette „Der
Zigeunerbaron“ von J. Strauß (Sohn) vorstellte. Danach wurde die Stimmung,
die von einer professionellen Lichtanlage untermalt wurde, etwas ruhiger, mit
„Cantus Jubilante“ und der Arie „Nessun Dorma“ aus der Oper
„Turandot“ von Giacomo Puccini zeigte das Ensemble seine sanften Seiten, die
aber durchaus zum melodischen und vollen Orchesterklang umschlagen konnten. Noch
historischer wurde das Saxophonquartett mit Barbara Linder, Norbert Lutmayr
(beide Altsaxophon), Gerhard Kraus (Tenorsaxophon) und Susanne Späth (Baritonsaxophon),
die Auszüge aus der 3. Symphonie von Johann Christian Bach darbot. Als dann
„Peter Alexanders Spezialitäten“, ein Medley der größten Hits des heuer
verstorbenen Entertainers dargeboten wurde, fielen die Regentropfen größer
aus. Und weil es nicht nur im „Bett richtig nett“ ist, sondern auch im
barocken Rittersaal des Schlosses, forderte Moderator Jürgen Wurm die Zuhörer,
unter ihnen die Bürgermeisterin Hildegard Wanner, der 2. Bürgermeister aus
Blindheim, Helmut Gerstmayer, und der stellvertretende Vorsitzende des
ASM-Bezirks 17, Josef Werner Schneider, auf, in den Konzertsaal des Schlosses
umzuziehen.
Dieser war auch durch Hilfe des Kastellans Anton Wiedemann
bereits „konzertfertig“ und nach einer kleinen Umbaupause präsentierte sich
dort die Jugendkapelle des Vereins mit den Stücken „Little Brown Jug“, „Selections
of Lion King“ und dem „Tiger Rag“. Modern und fetzig blieb es, denn die
Big Band des „Donauklang“ heizte mit „I will follow him“, „On the
Sunny Side of the Beach“ und „Brother Ray“ dem alten Gemäuer so ein, dass
nicht nur der Storch, der das Geschehen von draußen verfolgte, beeindruckt war.
Kurz wurde es wieder romantisch und erhaben, vor allem das
tiefe Blech zeichnete sich bei „Conquest of Paradise“ und „Concerto d’amore“
mit weicher und harmonischer Melodieführung aus. Dann aber schlug die Stunde
der Trompeten und fast musste man um die historische Decke des Saals bangen,
denn bei den größten Hits der Eagles, der Les Humphries Singers und der Beach
Boys zeigte das hervorragend ausbalancierte Orchester, dass es bei Dynamik und
Harmonie bestens zusammenpasst und auch Tutti- und Fortissimo-Passagen
zelebriert, ohne massiv zu wirken.
Völlig zurecht spendete der voll besetzte Saal ebenso
rhythmisch Applaus und forderte damit Zugaben ein, die Vorstand Norbert Lutmayr
auch versprach. Vorher aber bedankte er sich beim flexiblen und ausharrenden
Publikum, dem seinerseits von den Musikern applaudiert wurde. Nach der „Laubener
Schnellpolka“ und dem Traditionsmarsch „Hoch Heidecksburg“ waren sich alle
einig, dass die Sommernacht im Schloss auch ohne Sommer dem Publikum und den
Musikern richtig einheizte. Nur der Storch saß immer noch an seinem Platz und
freut sich sicher auf das nächste Konzert, als Open-Air, mit ihm als Zuhörer.
Donau-Zeitung, 02.08.2011, Text: B. Mayer, Fotos: I.
Saur
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