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Von Vampiren und Fledermäusen…
MV „Donauklang“ überzeugt vor 600 Besuchern in Höchstädt
Text: Benedikt Mayer, Bilder: Isolde Saur
Es war ein Abend der Premieren und Innovationen, denn
der Musikverein „Donauklang“ Höchstädt-Blindheim wagte bei seinem Konzert
„Tanz der Vampire“ in der Nordschwabenhalle Höchstädt eine ganz neue
Kombination: Das Blasorchester hatte vier Stücke mit einer klassischen
Sopranistin eingeübt, und überzeugte damit die fast 600 Besucher des Abends
voll und ganz.
Den Anfang machten die Nachwuchsorchester des Vereins,
nachdem Vorstand Norbert Lutmayr die zahlreichen Besucher, unter ihnen ASM
Bezirksvorsitzender Roland Grandel, Bezirksdirigentin Ingrid Philipp und Peter
Jaroschek, die Bürgermeister Hildegard Wanner (Höchstädt), Helmut Gerstmayer
(Blindheim) und Klaus Friegel (Finningen) sowie stellvertretend für die
Geistlichkeit Dekan Dieter Zitzler, begrüßt hatte.
Erstmals unter dem Dirigat von Simone Feldengut bot das
Vororchester, das von Annalena Schneider und Lukas Schneider angekündigt wurde,
dann die Titel „March Along“, „House Party“ und „Czardas“ gekonnt
dar. Das Jugendorchester mit dem Dirigenten Vasyl Zakopets und den Moderatoren
Eva Rosenwirth und Christian Veh interpretierte, ganz im Stile einer Rockband
„The Birth of Rock and Roll“ und „YMCA“.
„Jetzt geht’s los“ war dann die Devise des
Stammorchesters, das gleichnamigen Marsch von Franz Lehar als Ausgangspunkt des
Konzertabends wählte. Anschließend entführten die Moderatoren Stefanie Mair
und Jürgen Wurm, die charmant und gewitzt durch das Programm führten, die
Besucher in das Reich der Operette, wobei „Die Fledermaus“ in Höchstädt
sicher nicht nur musikalisch ein Begriff ist.
„Mein lieber Herr Marquis“, ein Lied, das im Strauß-Opus
vom Kammermädchen Adele gesungen wird, war der erste Auftritt der Sopranistin
Cathrin Lange. Die am Stadttheater Augsburg engagierte und bereits sehr
versierte und erfahrene Sängerin und das weise ausbalancierte Orchester schufen
echte Operettenatmosphäre in der Halle und nicht nur beim schelmischen Lachen
der Adele zeigte die 29-jährige, die ohne Mikrofon sang, was in ihr steckt.
Dann wurde es für kurze Zeit wieder instrumental und das
Orchester bot den „Ungarischen Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms dar und ließ
nicht erkennen, dass dieser eigentlich für Symphonieorchester geschrieben
wurde. Das lag sichtlich auch an der punktgenauen Vorbereitung der Laienmusiker
durch den Dirigenten Vasyl Zakopets, der vor allem bei der abwechslungsreichen
Dynamik und den vielen Tempowechseln zeigte, dass er das Orchester voll im Griff
hat.
Dies wurde auch beim Lied „Klänge der Heimat“,
wiederum aus der Operette „Die Fledermaus“, deutlich. Zumeist in den
Solostellen, in denen vor allem der Holzsatz überzeugte, zeigten Musiker und
Sopranistin eine fast einstudiert wirkende Harmonie und bewiesen nun auch dem
letzten Skeptiker, dass Blasmusik und klassischer Gesang sich wunderbar ergänzen.
Eine weitere Kostprobe bekamen die Zuhörer auch im zweiten
Konzertteil, als die Stunde der Musicals schlug und die Halle durch Dutzende
Kerzen und eine professionelle Lichtanlage durch die Donauwörther Band
„Nitrogen“ auch visuell äußerst ansprechend, doch nie aufdringlich wirkte.
Und so fügten sich die „Highlights aus Starlight Express“ zusammen mit der
Lichttechnik und Bildern des Musicals auf der Leinwand in ein Gesamtkunstwerk
ein.
Eine starke und unabhängige Elisabeth stand beim Titel
„Ich gehör nur mir“ aus gleichnamigem Musical auf der Bühne und auch bei
ausgeprägten Forte-Stellen vermochte es Cathrin Lange immer, ganz im Sinne
einer Kaiserin, Herrin im Ring zu bleiben und trotzdem Gänsehautgefühle zu
zaubern.
Instrumentaler und durchaus gruseliger Höhepunkt waren
dann Highlights aus dem Musical „Tanz der Vampire“, bei dem das Orchester
noch einmal zeigte, was in ihm steckt und sogar der ein oder andere echte Untote
im Saal gesehen worden sein soll.
Nach zwei Zugaben ,„The Rose“ mit Gesang und dem
„Einzugsmarsch aus dem Zigeunerbaron“, entließ das sichtlich erfreute
Publikum Musiker und Sopranistin aus der Halle und nicht nur der ehemalige
Musikant des „Donauklang“, Tobias Harms aus Fürstenfeldbruck, war sich
sicher, auch nächstes Jahr wieder in die Nordschwabenhalle zu kommen.
www.cathrin-lange.de
www.nitrogen-rock.de
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